Service Sans Soucis - Impfung gegen Corona (Covid19)
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Impfung gegen Corona (Covid19)

Alles Wissenswerte im Überblick (Stand 1/2021)

 

Soll man impfen?

Für die Entscheidung wichtig ist nicht nur die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes, sondern auch die Tragweite der Erkrankung, vor der man sicht schützen möchte. Covid 19 verläuft in der Mehrheit der Fälle mild, wie eine Erkältung oder Grippe. Etwa jeder Zweite erleidet jedoch einen Verlust des Geruchssinnes (Anosmie), was zur Folge hat, dass man auch beispielsweise Blumenkohl nicht von Brot unterscheiden kann (umgangssprachlicher Geschmackssinn), was mitunter über Monate anhalten kann. Der medizinische Geschmackssinn (süss, sauer, salzig, bitter, umami) kann ebenfalls verloren gehen. In seltenen Fällen kommt es zu schwereren Verläufen mit Notwendigkeit der Hospitalisation, Sauerstoffgabe oder sogar Beatmung auf einer Intensivstation. Ungefähr 0,5-1% der Betroffenen sterben an der Infektion, wobei genaue Aussagen schwierig sind, da die erhobenen Daten nicht einheitlich sind. Das Bundesamt für Gesundheit weist darauf hin, dass Schwangere und Erwachsene mit folgenden Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe haben:

  • Bluthochdruck
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Diabetes
  • Chronische Atemwegserkrankungen
  • Krebs
  • Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen
  • Adipositas Grad III (morbid, BMI ≥ 40 kg/m2)

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko ebenfalls. Bereits ab 50 Jahren ist das Risiko erhöht, hospitalisiert werden zu müssen. Hier unterscheidet sich Covid-19 nicht wesentlich von anderen Infektionen.

Nach überstandener Erkrankung können länger anhaltende Beeinträchtigungen aber auch dauerhafte Organschäden zurückbleiben.

Bislang gibt es keine zuverlässig wirksame kausale Behandlung von Covid-19, sondern es wird symptomatisch und mit verschiedenen experimentellen Ansätzen behandelt.

 

Nicht nur die Krankheit selbst, sondern auch die angeordneten Massnahmen richten Schaden an

Die zur Eindämmung der Pandemie und zur Vermeidung einer Überlastung des Gesundheitswesens erlassenen Massnahmen verursachen erhebliches Leid. Menschen vereinsamen, Angststörungen und innerfamiliäre Konflikte nehmen zu. Berufstätige erleiden Einnahmenverluste oder verlieren ihre Arbeit ganz. In Pflegeeinrichtungen und Spitälern sind die Besuchsmöglichkeiten stark eingeschränkt, so dass Kranke und deren Angehörige in schweren Stunden häufig unfreiwillig getrennt sind. Auch unter diesen Gesichtspunkten ist ein rasches Ende der Pandemie wünschenswert.

 

Impfen für Andere?

Impfungen haben wie alle Medikamente Anwendungsbeschränkungen und können daher nicht bei allen Menschen angewandt werden. Wenn sich jedoch in deren Umgebung genug andere Menschen mit wirksamen Impfstoffen impfen lassen, so werden auch die Nichtgeimpften vor einer Ansteckung geschützt (sogenannte Herdimmunität). Inzwischen ist auch gezeigt worden, dass die mRNA-Impfungen das asymptomatische Trägertum (und damit die Ansteckung sgefahr für andere) verhindern. Impfungen haben insofern auch eine soziale Komponente.

 

Alternativen zur Impfung

  • Die allgemein empfohlenen Schutzmassnahmen (Maskentragen, Abstand, Reduktion von Kontakten) sind zum Teil schwierig realisierbar und die handelsüblichen Masken schützen nicht zu 100%, aber reduzieren das Risiko einer Übertragung.
  • Es gibt zahlreiche Hinweise, dass der persönliche Lebensstil das Immunsystem erheblich beeinflussen kann. So zeigte eine Untersuchung in der Schweiz, dass Personen mit pflanzlicher Ernährung (Veganer) erheblich höhere Vitamin C-Blutwerte aufwiesen als Menschen mit omnivorer Ernährung (normale Mischkost) und dies sowohl vor Infektionen als auch schweren Verläufen schützt. Vor der Einnahme von Multivitaminpräparaten hingegen wird von wissenschaftlichen Fachverbänden gewarnt, diese kann durchaus auch schaden und ist kein Ersatz für eine gesunde Ernährung. Eine pflanzliche Ernährung ist zudem reich an sogenannten sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Dies sind Stoffe, mit denen sich Pflanzen vor Umwelteinflüssen und Krankheiten schützen und die unser Immunsystem ebenfalls nutzen kann. Auf Lebensmittel aus biologischem Anbau sollte geachtet werden, um Giftstoffe wie Pestizide und Herbizide zu vermeiden. Eine fleischreiche Ernährung erhöht auch das Risiko für Herzkreislauferkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall und Krebserkrankungen und ist somit in mehrfacher Hinsicht keine gute Wahl für die eigene Gesundheit und auch unter ethischen und ökologischen Gesichtspunkten problematisch.
  • Rauchen erhöht das Risiko sowohl für eine Ansteckung als auch schwere Verläufe erheblich. Nicht nur wegen Covid-19, sondern auch vieler anderer gesundheitlicher Nachteile und nicht zuletzt auch erheblichen Kosten lohnt sich eine Entwöhnung.
  • Regelmässige körperliche Betätigung bzw. Sport, Vermeidung von übermässigem ungesunden Stress und ausreichend Schlaf stärken das Immunsystem zusätzlich.
  • Die Kontrolle der Vitamin D-Blutspiegel ist sinnvoll. Sollte sich ein Mangel zeigen (in den Wintermonaten aufgrund geringerer Sonneneinstrahlung häufig), sollte Vitamin D eingenommen werden, jedoch in einer normalen Dosis. Zu hohe Dosierungen können Intoxikationen nach sich ziehen.
  • Regelmässiges Gurgeln mit viruziden Mundspüllösungen, höherkonzentriertem Salzwasser oder Grüntee reduziert das Risiko einer Ansteckung.

 

Impfprinzip, Wirksamkeit und Nebenwirkung des mRNA-Impfstoffes von Moderna (mRNA-1237)

Die Coronaviren heften sich mithilfe von sogenannten Spikeproteinen (S-Proteine) Körperzellen an. Diese Spikeproteine werden von unserem Immunsystem erkannt und lösen die Immunantworten aus, welche die Infektion bekämpfen sollen. Alle Impfstoffe basieren auf diesen Spikeproteinen, auch wenn die Impfstoffe sich in der Wirkungsweise stark unterscheiden.

Die RNA-Impfstoffe gegen Covid-19 wie z.B. der Impfstoff von Moderna beinhalten Erbinformation des Virus in Form von mRNA, welche den Bauplan für das Spikeprotein enthält. Nach der Injektion in den Muskel wird die mRNA von menschlichen Zellen aufgenommen. Dort dient die mRNA als Vorlage, um das Spikeprotein herzustellen, welches anschliessend wiederum das Immunsystem aktiviert. Da es sich nur um einen Virusbestandteil handelt, ist es nicht möglich, dass auf diesem Weg vollständige / vermehrungsfähige Viren hergestellt werden, somit kann durch die Impfung keine Covid-19-Erkrankung ausgelöst werden (sogenannter Totimpfstoff). Ebenso gilt als ausgeschlossen, dass sich die mRNA ins menschliche Erbgut einbaut, welches sich im Zellkern befindet, denn die Translation der mRNA findet ausserhalb des Zellkerns in den sogenannten Ribosomen statt. Das menschliche Erbgut besteht zudem aus DNA, nicht aus RNA. Von der gespritzten mRNA bleiben keine Spuren zurück, da die RNA innerhalb von wenigen Tagen in ihre natürlichen Bestandteile (Nukleotide) abgebaut wird. Zwar wurden die Covid-19-mRNA-Impfungen sehr schnell entwickelt, an diesem Impfprinzip wurde jedoch schon viele Jahre zuvor geforscht. Während normale Impfungen z.B. gegen Wundstarrkrampf Wirkverstärker enthalten, damit überhaupt eine Reaktion des Immunsystems ausgelöst wird, kommt der Moderna-Impfstoff ohne diese Zusätze aus. Auch sind keine Konservierungsstoffe enthalten. Die mRNA ist in Lipid-Nanopartikel verpackt. Zu möglichen Langzeitproblemen von Nanopartikeln gibt es durchaus Bedenken. Die Schweizer Arzneimittelbehörde Swissmedic stuft die Lipid-Nanopartikel jedoch als unbedenklich ein, da diese z.B. im Medikament Onpattro (Patisiran) bereits seit 2018 im Einsatz sind.

Der Moderna-Impfstoff wies in den Untersuchungen des Herstellers für die Zulassung eine geschätzte Wirksamkeit von 94% auf, zwei Wochen nach der zweiten Impfung. Unter den geimpften Personen traten zudem überhaupt keine schweren Krankheitsverläufe auf, so dass die Wirksamkeit zum Schutz vor schweren Verläufen auf 100% geschätzt wird.

Bei starkem Übergewicht (BMI<40) war in den Zulassungsstudien die Wirksamkeit reduziert, lag aber immer noch bei über 90%.

An Nebenwirkungen traten in den Zulassungsstudien vor allem die Beschwerden auf, die auch bei anderen Spritzen/Impfungen in die Muskulatur auftreten, jeweils bei weniger als 10% wie z.B. Schmerzen oder Rötung an der Injektionsstelle, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Kopfschmerzen. 

Während Fieber bei jüngeren Personen nie auftrat, trat es bei etwa jeder 10. Person ab 56 Jahren auf, jeder Zweite ab 56 Jahren hatte Schüttelfrost und 3 von 4 älteren Personen berichteten von Müdigkeit. Diese unerwünschten Effekte waren von kurzer Dauer und selbstlimitierend.

In der bisherigen Nachbeobachtung zeigten sich ausserdem sehr häufig vorübergehende Lymphknotenschwellungen in der Impfregion. Bei zwei Personen, welche den Impfstoff enthielten und einer Person, die Placebo erhielt, traten auch eine akute periphere Fazialisparese (Lähmung Gesichtsnerv) auf. Bei mehreren Personen, welchen aus kosmetischen Gründen Gesichtsfüller gespritzt wurde, traten nach der Impfung Gesichtsschwellungen auf. Bei Personen mit Allergien oder Unverträglichkeiten traten gehäuft allergische Reaktionen auf.

Untersuchungen zu Langzeit-Nebenwirkungen oder seltenen Nebenwirkungen gibt es noch nicht. Ebenso ist noch unklar, wie lange der Impfschutz anhält.

Der Impfstoff enthält folgende Stoffe:

  • mRNA als eigentlicher Wirkstoff
  • Vier Bestandteile für die Lipid-Nanopartikel-Kapsel: SM-102, Cholesterin, 1,2-Distearoyl-sn-glycero-3-phosphocholin (DSPC) und 1,2-Dimyristoyl-rac-glycero-3-methoxypolyethylenglykol-2000 (DMG-PEG2000)
  • Trometamol, Essigsäure und Natriumacetat zum Erreichen eines körperverträglichen pH-Wertes
  • Haushaltszucker (Saccharose), um den Impfstoff während des Tieffrierens nicht zu beschädigen
  • NICHT enthalten sind Stoffe, die in anderen Impfungen gebräuchlich sind wie z.B. Konservierungsstoffe, Wirkverstärker, Formaldehyd oder Aluminiumverbindungen. Die Herstellung erfolgt zellfrei und ohne tierische Bestandteile.

 

Impfung in der Praxis Sans Soucis (Stand 6/2021)

Anders als normale Impfungen erfordert die Covid-19-Impfung erheblichen logistischen Aufwand, weshalb nicht alle Arztpraxen Impfungen durchführen können. Die Behörden haben zudem von Anfang an enormen administrativen Aufwand verlangt, weshalb viele Praxen gar nicht erst angefangen haben zu impfen. Wir haben bereits im Januar 2021 als eine der ersten und wenigen Praxen unseren Hochrisikopatienten Impfungen ermöglicht und diese auch weitergeführt trotz immer neuer Hürden und obwohl zwar eine (sehr bescheidene) Honorarierung bereits Ende Februar zugesagt wurde und bis jetzt (5 Monate später) noch immer nicht erfolgte. Nun hat jedoch die kantonale Gesundheitsdirektion beschlossen, dass nur noch Grosspraxen impfen dürfen, die sich zur gleichzeitigen Abnahme von mindestens 400 Impfungen verpflichten, jedoch ohne seitens Kanton eine konkrete Zusage über die Lieferung überhaupt oder den Liefertermin zu bekommen. Damit ist eine Fortsetzung der Impfungen in unserer Praxis schlicht unmöglich. Wir bedauern dies sehr, da wir den Patienten, die wir nicht nur persönlich kennen, sondern auch deren Krankheitsgeschichte, Allergien, Medikamente, Laborwerte gerne den Weg in ein Impfzentrum erspart hätten, aber wir müssen den politischen Willen so akzeptieren. Die Impfzentren, die für Millionen Franken gebaut wurden und noch mehr im Betrieb kosten, waren unserer Meinung unnötig, da die Ärzteschaft die Bevölkerung auch bei allen anderen impfpräventablen Krankheiten gut betreut und wir auch die logistischen Rahmenbedingungen für tiefgekühlte Impfstoffe bewältigen könnten. Aber diese Entscheidung ist nur eine von vielen weiteren, nicht nachvollziehbaren und zum Teil schlicht wissenschaftlich falschen Informationen und Entscheidungen. Es bleibt zu hoffen, dass hier in der Zukunft von anderen Ländern Lehren gezogen werden, welche bessere Wege gewählt haben.

Solange sich an der kantonalen Entscheidung nichts geändert hat, gilt daher: Wir können Ihnen keine Impfungen mehr ermöglichen. Wenden Sie sich für Impfungen bitte an eines der kantonalen Impfzentren. Von Impfungen in Apotheken raten wir ausdrücklich ab, da Nebenwirkungen gehäuft auftreten und Apotheker nicht medizinisch ausgebildet sind, um mit allen Notfallsituationen adäquat umzugehen, wenngleich sie nach kantonalen Beschlüssen künftig für  Impfleistungen höher vergütet werden als die Ärzte. Anmeldungen für die Impfungen sind möglich unter https://zh.vacme.ch/ oder Tel. 084 833 66 11.

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